Rennbericht Red Bull Starrace Hannover
Zur Einläutung des Pfingstwochenendes lockte eine ganz neue Herausforderung:
zum ersten Mal wurde das Red Bull Starrace am 25. & 26.5.2007 ausgetragen.
Angekündigt war ein Kurs Hannovers „ Lindener Berg “
runter, auf einer gesperrten Strasse runter, mit der ich als gebürtiger
Hannoveraner einige ganz frühe Raderinnerungen verbinde.
Zusammen mit meinen Downhillteamkollegen und Freunden Dirk Dohrmann
und Torsten Wolf, jetzt endlich wir alle drei bei Alutech im gleichen
Stall, war die Anmeldung Pflicht, da das Event vor der eigenen Haustür
lag und „Kneifen ist Nicht !“ versprach das Rennen doch
eine nette lustige Abwechslung zu dem wöchentlichen Hardtailtraining
auf der BMX – Bahn. Mal ein 4Cross - statt eines Downhillwochenendes.
Veranstaltet wurde es von einem alten Bekannten hier aus Hannover, das
weckte in uns auch Neugier, was Bijan so auf die Beine stellen sollte.
Angekündigt waren im Internet viele Fahrer, viel Preisgeld, eine
Strecke aus Sprüngen, Holzrampen und - anliegern auf der gesperrten
Strasse, den doch relativ steilen Berg runter und jede Menge Zuschauer.
Los ging es mit Training am Freitag, 25.05.2007 um offiziell 16.00
h, gleichzeitig öffnete die Startnummernausgabe. Der Event selber
sollte noch mit einer Qualifikation an dem späteren Abend auch
schon ernster werden. Also etwas früher Feierabend gemacht und
schnell den kurzen Weg per Rad zum Rennen. Sozusagen Jürgens Schwalbe
TableTop – Reifen ein – und warmfahren ... An der Strecke
angekommen zunächst Ernüchterung, noch nix fertig?!
Die Stadt Hannover war etwas spät dran mit der Strassensperrung,
also verewigten sich die Hannoveraner Wildsäue auch gleich mal
kräftig in Sachen Streckenbau. Zusammen mit den anderen Fahrern
wurden die vom Bagger abgeladenen Holzrampen an Ort und Stelle gebracht,
Kurven und Bremsschikanen aus Baustellenplastikabsperrungen gebaut,
korrigiert und viel gefachsimpelt. Zugleich eine gute Gelegenheit, die
Konkurrenz in Augenschein zu nehmen. Angereist waren sogar vier holländische
4X – Pros Jurg Meijer, Daniel Pirjkel, Michiael Garcia, Joey Veghel
und auch Prominenz in Form der deutschen 4Xer Daniel Jahn und Stefan
Scherz.
Die ersten Trainingsläufe zeigten schnell, dass die 800m Strecke
verdammt anstrengend sein können, zumal die letzten 150 m recht
gerade über eine Parkwiese führten. Die Hindernisse wurden
von den meisten Schnellen bis auf den Sprung nach dem Start alle gedrückt
und geschluckt, da zumindest die Sprünge etwas fehldimensioniert
waren .

Es zeigte sich auch schnell im Training, dass es zwar viele Wege ans
Hinterrad ran gab auf der Strecke aber, wenn überhaupt, nur einen
Weg vorbei. Unten auf der Parkwiese war es breit genug, um einen müden
Gegner eventuell noch zu übersprinten. Der Kurs den engen, eckigen
Kurs runter, mit Vollgas das Hardtail um die Kurven schmeissen, erinnerte
schon sehr an die frühen Abendteuer mit dem Kinderrad rund um den
Block! Die im Internet versprochene riesige Zuschauerzahl hielt sich
leider noch sehr in Grenzen .
Erfreulicherweise traf der Wetterberichtdiesmal nicht zu, es blieb zum
Glück trocken. Nach dem freien Training war eine kurze Besprechung
angesetzt, anschliessend fuhr jeder Fahrer einzeln gegen die Uhr die
Strecke ab.
Dirk, Torsten und ich lagen mit unseren Zeiten recht weit vorn mit dabei,
was doch viel Spass für den Renntag versprach.
Also ab an den Bierstand und mit all denen stadtbekannten Gesichtern,
die einem beim Hochschieben ständig auf die Schulten klopften,
angrinsten und bestaunten, und gepflegt noch einen heben !!!
Am Rennsamstag, den 26.05.2007 erfuhren die Fahrer nach einem ersten
lockeren Training die eigentlichen Wertungsformalitäten; es wurden
für jeden der 60 Starter 3 Vorläufe ausgelost, bei denen jeder
Fahrer seine Platzierung als Punkte mitnahm. Die 16 Fahrer mit den wenigsten
Punkten kamen ins Viertelfinale, weiter dann im üblichen 4X –
KO – System .
Manchmal weiss man später immer genau, wann man hätte Lotto
spielen sollen, auf jeden Fall hätte ich mit einem Tipp diesen
einen Samstag sicher viel Geld gewonnen.
So erwischte ich in allen Läufen zumindest immer zwei einfachere
Gegner. Im ersten Lauf startete neben mir der Kollege Wolf, der mich
am Start gleich hinter sich ließ im Sprint zur ersten Schikane.
Wieder mal haben sich Klicks bei Torsten am Start als Vorteil erwiesen
gegenüber meiner Flatpedale...
Wir beide setzten uns aber weit genug ab, so dass wir es locker angehen
lassen konnten unten im Park. Torsten auf der 1, ich auf der 2 und ab
zum nächsten Lauf. Da wartete ein schneller Holländer sowie
zwei bekannte hannoveraner Gesichter, die ich getrost als langsamer
als mich einstufte. Der Start zeigte sofort, dass ein 4X – Pro
mit Klickpedal einem Downhiller auf Flatpedalen doch leicht davonfahren
kann, aber zu einem sicheren erneuten zweiten Platz reichte der Sprint
in die erste Kurve dann doch. Ich klebte am Hinterrad des Holländers
um die Kurvenkombination rechts über den Parkplatz, aber für
mehr als Platz 2 sollte es nicht reichen auf der Parkwiese, wo sich
der Pedal – ebenso wie der Trainingsunterschied bemerkbar machten.
Die Läufe gingen relativ schnell hintereinander weg, also wurde
ich schnell wieder durchs Schulterklopfen hochgeschoben. Dabei sah ich
Dirk einmal knapp den Sprint in die erste Kurve hinter zwei Holländern
verlieren und als dritter einbiegen, aber gerade dieses Duell ging doch
reichlich spannend zu, da wurde Reifen an Reifen gefightet und auch
mit reichlich Körpereinsatz geschoben.

Den, mittlerweile gegen Mittag, doch zahlreicheren Zuschauern mit
Bierbecher in der Hand gerade an der Startkurvenkombination gefiel,
was sie sahen .
In meinem letzten Vorlauf hatte ich einen schnelleren deutschen 4Xer
mit im Lauf dabei , ansonsten einen Starter, den ich bereits im zweiten
Lauf hinter mir gelassen hatte und mit Phillip Gerken ein sehr bekanntes
Gesicht vom jährlichen BMX– Hallenfahren im Winter. Leider
hab ich den Start etwas versemmelt und bin nur als dritter in die erste
Kurve gekommen, klebte aber am Hinterrad von Stefan Scherz, der den
Startsieger Phillip verfolgte. Bis hinein in den Park blieb es bei der
Reihenfolge, alle drei dicht an dicht, und ich überlegte für
eine Sekunde, ob ich meinen Überholversuch rechts oder links ansetzen
sollte. In dem Moment setzte vor mir Stefan rechts zu einem Sprint an
auf der Innenseite eines leichten Knicks im Streckenverlauf durch den
Park hin zur Zielkurve und setzte sich leicht versetzt neben Phillip.
Also versuchte ich es links herum. Da der Führende aber die Kurve
zumachte, wurde Stefan mit dem Lenker an einen Streckenbegrenzungspfosten
gedrückt und stieg auf schnellstem Wege ab. So kam ich hinter Phillip
erneut auf Platz 2 ins Ziel, mit viel Glück doch eine konstant
– gute Vorrunde für mich .
Nun gab es einen 4X – Teamwettkampf, 2 Fahrer bilden ein Team,
zwei Teams starten jeweils gegeneinander. Dirk und Torsten starteten,
sahen aber gegen die beiden holländischen Teams jeweils etwas blass
aus, was man aber von Torstens Hüfte nach einem Sturz auf den Asphalt
leider nicht mehr sagen konnte .
Nun folgte eine VIERSTÜNDIGE Pause im Wettkampf, ein Fehler in
der Planung und Erwartung der Zuschauerzahlen, die nicht oder nur kaum
kamen und sich jetzt erst mal wieder komplett auflösten. Gegen
Acht Uhr abends waren dann die Viertelfinale angesetzt, für das
sich trotz weniger Losglück auch Torsten und Dirk haben qualifizieren
können.
Der Ich-hätte-Lotto-spielen-sollen – Trend setzte sich fort,
will mich ja nicht beschweren, aber von uns drei Alutechfahrern erhielt
ich als einziger eine Auslosung mit nur einem 4X – Pro dabei und
dafür bereits anderen bekannten Gesichtern. Es reichte also wieder
zu einem lockeren zweiten Platz und plötzlich stand ich im Halbfinale.
Soviel Glück hatten die anderen beiden Wildsäue leider nicht,
hier war das Viertelfinale Endstation .
Der Rest ist leider schnell erzählt, gegen die holländische
Übermacht war ich schnell hinten und im Trostlauf um Platz 5. Doch
auch hier landete ich, wenn auch knapper als im Halbfinale, aber doch
auf dem letztem Platz.
Egal, es war ein sehr feines Event, über organisatorisch Verbesserungswürdiges
muß ich mich hier nicht auslassen. Ich fand das ganze Starrace
eine hammergeile Veranstaltung, die es im nächstem Jahr definitiv
noch mehr zu pushen gilt.
Dank an alle Organisationen und Janto Trappe für die Fotos, wer
mehr sehen will, schaue auf die Seite www.teamblackelite.de
Oliver Lustenberger
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